Posts Tagged 'Christoph Hardebusch'

Role Play Convention 2009: Christoph Hardebusch, Boris Koch, Markus Heitz

Hier nun also der angekündigte zweite Post zur RPC vom letzten Wochenende.

Nachdem ich erstmal durch beide Hallen und den Mittelaltermarkt im Außenbereich geschlendert bin, habe ich am Stand von WerkZeugs auf Christoph Hardebusch gewartet. Wir hatten uns schon im Vorfeld verabredet, und die Zeit bis zu seiner Ankunft habe mit Fotografieren und Zuhören verbracht. Oliver Plaschka und Boris Koch lasen unter anderem aus ihren Werken „Fairwater“ bzw. „Die Anderen“.

Hardebusch mit Hostessen - schöner Kontrast

Was ich von Christoph (im Bild mit Hostessen – wegen des Farbkontrasts) wissen wollte, hat er mir erzählt, als wir nach seinem Eintreffen zu einem kurzen Messerundgang gestartet sind. Aus aktuellem Anlass interessierte mich sein Verhältnis zum Rollenspiel und wo für ihn die Schnittstelle zwischen RPG und Schreiben ist: „Ich spiele schon seit Teeniezeiten, erst Battletech und später dann hauptsächlich Das Schwarze Auge. Später dann, während des Studiums, habe ich neue Leute kennengelernt und wir haben im großen Stil Pen&Papers am Tisch gespielt – unverkleidet. LARP: ja, auch. Hin und wieder, aber doch viel weniger.“

Und wo fließt das Spielen ins Schreiben? Wie sehr beeinflusst das eine das andere? „Zunächst einmal sind sich beim Spielen die verschiedenen Fanszenen viel näher, es geht eben um ein soziales Miteinander. Schreiben und Rollenspiele? Die haben für mich kaum Berührungspunkte. Rollenspiele bedeuten zwischenmenschliche Interaktion, Dynamik, das Spiel entwickelt sich spontan. Schreiben ist viel geplanter, jedenfalls für mich. Ich weiß am Anfang eines Buches immer schon, wie es ausgeht. Wo Rollenspiel hilft, ist beim Weltenbau. Wenn man viel spielt oder auch selbst Spiele entwickelt hat, dann hilft das schon sehr bei der Ausgestaltung einer Romanwelt.“

Sprach‘s und machte sich daran, seine „Sturmwelten“ den wartenden Fans näher zu bringen, die Boris Koch gerade über eine Stunde mit seinen „Anderen“ sowie ganzem Stimmeinsatz prächtig unterhalten hatte. Während der Lesung kamen gelegentlich ziemlich laute Durchsagen aus den Hallenlautsprechern, um andere Veranstaltungen anzukündigen. Zwischendurch pitchten auch die DJs von SMag im Zwischengang an ihren wummerigen Beats herum, selbstverständlich in voller Lautstärke.

Das Lesevolk fühlte sich sichtlich gestört, doch Boris Koch blieb gleichmütig: „Schön ist das nicht, aber das bin von früher gewohnt, als ich noch auf Musikfestivals zwischen zwei Acts gelesen habe. Da hört man schon mal gar nichts, vor lauter Lärm von anderen Bühnen.“

Ein Umstand, der im „Stirnhirnhinterzimmer“ von Boris Koch, Markolf Hoffmann und Christian von Aster so sicher nicht eintritt. Weil ich schon etliches davon gehört hatte, aber noch nie bei einer der Lesungen dabei sein konnte, wollte ich wissen, wie es denn so läuft. Dabei musste ich von Boris erfähren, dass schon am 9. April (also morgen) die Fünfzigjahr-Feier stattfindet. Also, Berliner, hingehen und zuhören!

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Mittlerweile war auch Markus Heitz am Stand eingetroffen. Auf meine Frage, ob denn Promo-Touren nach USA und UK für „The Dwarves“ eingeplant seien, sagte er, dass er noch von nichts wisse und sich überraschen lassen wolle. „Es wird wohl eher in UK als den USA Lesungen geben. Mein Englisch ist zwar ganz ok, aber selbst lesen möchte ich lieber nicht. Ich war mal in den Niederlanden, dort habe ich Deutsch gelesen, alle haben es verstanden. Doch die Diskussion hinterher war auf Englisch, dabei habe ich nicht so geglänzt.“

Schwierig dürfte es mit der Fragestunde außerdem in Japan werden, denn dort sind die „Zwerge“ auch bereits erschienen: „In den japanischen Amazon-Bewertungen gibt es ständig vier und fünf Sterne. Ich kann zwar nicht entziffern, was die über das Buch schreiben, aber in Japan würde ich sofort selbst lesen!“ Mit seinen originalgetreuen Bodyguards an der Seite sollte aber auch die Yakuza Markus Heitz keine Schwierigkeiten mehr bereiten.

Noch mehr Autorenfotos von der RPC 2009 gibt’s in diesem Flickr-Album zu sehen.

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Das erste Mal: Role Play Convention 2009 in Köln

rpc-09-divers-5So, das war also meine erste Convention: Die Role Play Convention 2009 in Köln. Ziemlich groß, laut, voll und professionell. Zwei Hallen der Kölner Messe belegt, internationales Publikum, abwechslungsreiches Programm – ich war beeindruckt.

Zwar musste man im Vorfeld nach hilf- und aufschlussreichen Informationen suchen, denn die offizielle RPC-Homepage glänzt nicht durch besonders ausgeprägte Übersichtlichkeit, fixe Benutzerführung oder tagesfrische Aktualität. Auch war Insiderwissen gefragt, denn ich hatte den Eindruck, dass auch die Pressearbeit innerhalb der weiteren Community durchaus noch Room for Improvement aufweist. Aber: Der Kölner Stadtanzeiger hat am Eröffnungstag einen doppelseitigen, recht wohlwollenden Artikel gebracht und ein TV-Team der ARD habe ich auch gesehen.

Davon mal abgesehen rechneten die Veranstalter mit sage und schreibe 50.000 Besuchern, eine ganze Menge, wie ich finde. Wenn man davon ausgeht, dass das nur der harte Fankern ist, dann kann wohl keiner mehr behaupten, dass Rollenspiele, LARP etc. nur ein Minderheitenphänomen wären.

Zwar habe ich im Laufe der Zeit beobachtet, wie mein Bruder eine wundersame Wandlung von der regelmäßigen Impersonisation des Luc Picard zu einem namentlich nicht näher bezeichneten Ritter durchlaufen hat. Aber mangels eigener Beschäftigung mit dem Thema Rollenspiel – auch nicht in Papierform – kann ich hier nicht wiedergeben, was denn nun der Rollen-Trend in diesem Jahr ist. SF-lastiges war für meinen Geschmack bis auf ein knappes Dutzend imperialer Sturmtruppen ziemlich unterrepräsentiert, aber wie ich später gelernt habe, ist die RPC auch eher der Fantasy zugeneigt. Im Mai kommt ja die FedCon nach Bonn, da wird‘s sehr SF.

Ich bin also mit meinem Fotoapparat am 4. April über die Stände geschlendert und habe nach hübschen Motiven gesucht. Die gab es zuhauf, am interessantesten fand ich die Gesichter, ob man sie nun hinter Schminke und anderen maskenbildnerischen Zutaten erkennen konnte oder nicht. Insgesamt waren am Ende des Tages 594 Fotos auf dem Speicherchip. Aus den besten habe ich zwei Flickr-Galerien eingerichtet, eine mit den erwähnten Gesichtern (oder auch mal Fratzen), eine für die Stimmung.

Zu den Highlights der diesjährigen RPC zählten auf alle Fälle die Lesungen am Stand von WerkZeugs. Dort haben sich die Granden der deutschsprachigen Fantasy-Autoren das Mikrofon das Mikrofon in die Hand gegeben: Kai Meyer, Markus Heitz, Christoph Marzi, Bernhard Hennen, Boris Koch und Christoph Hardebusch lasen neben etlichen anderen Schriftstellern aus ihren aktuellen und kommenden Werken. Mit Heitz, Koch und Hardebusch habe ich ein paar Gespräche geführt, mit letzterem bin auch ein wenig über die Convention geschlendert.

Markus Heitz, Boris Koch, Christoph Hardebusch

Doch dazu mehr im nächsten Post. Wenn‘s gut läuft, schon übermorgen.


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