Archive for the 'Meinungen' Category

Lost in Star Trek

Ein gelungener Kinoabend war das gestern: Das Publikum hat Zwischenapplaus gegeben, schräg hinter mir saßen drei Fans in schwarz-gelber Montur und der Film – großes Popcorn-Kino. 126 Minuten gingen wie im Warp-Flug vorbei.

Umfangreiche Kritiken stehen woanders, auch lange Erörterungen der zweifelhaften Schrifttreue von ST11 sind eher Forensache, ich will nur eine Gleichung in den digitalen Raum werfen:

KIRK + SPOCK ≈ SAWYER + JACK

Auf beiden Seiten des Ungefähr-Gleich-Zeichens haben wir je einen selbstgefälligen, ironisch bis zynischen, todessehnsüchtigen sowie schürzenjagenden Macho und einen innerlich zerrissenen, überheblichen sowie unnahbaren Rationalisten mit unterdrückter Emotionalität. Hinzu kommen jeweils problematische Situationen in den Elternhäusern und die Frau, hinter der beide her sind.

Sicher, das sind geradezu archetypische Ausgangssituationen für einen Konflikt unter echten Kerlen, der sich im All, auf der Insel oder in Dodge City entwickeln und entladen kann. Es fällt mir nur gerade auf, dass J. J. Abrams in zwei parallelen Produktionen ein sehr ähnliches Schnittmuster benutzt.

Nachtrag: Für alle Fans mit Sinn für visuelle Ästhetik habe ich die oben aufgestellte Abrams’sche Gleichung durch den Typo-Kunst-Generator von Wordle.net gejagt. Ich finde, die entstandene Grafik verdeutlicht das komplizierte Beziehungsgeflecht der handlungstragenden Protagonisten sowie die vorherrschende Dissonanz von Rationalität und Emotion:

Abrams' equation

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Wochenrückblick, mittig: Star Trek und die Medien

d4_1024Offiziell läuft der neue Star-Trek-Film (ST11) zwar erst morgen in deutschen Kinos an, doch heute abend haben eingefleischte Enterprise-Fans bereits die Möglichkeit, in Preview-Aufführungen zu gehen. Ich schiebe an dieser Stelle einen mittigen Wochenrückblick ein, denn das Netz summt nur so von Vorab-Berichterstattung und Diskussionen.

Die Presse-Screenings sind bereits gestern gelaufen, ich habe mal ein paar meinungsmäßig zum Teil sehr auseinander driftende Kritiken der größten Nachrichtenmagazine herausgepickt. Die Urteile der jeweiligen Redakteure könnten  in der Community für leidenschaftliche Diskussionen sorgen.

Los geht‘s:

  • Auf Welt.de findet Harald Peters, dass ST11 in weiten Teilen dem vulkanischen Primat der unbedingten Logik zuwiderläuft.
  • Auch von bedingungslosem Fandom hält man auf Welt.de nicht viel, Thorsten Thissen attestiert ST-Anhängern tendenziell Intoleranz.
  • David Kleingers von Spiegel.de sieht in glühender Ikonen-Verehrung nichts verwerfliches, er freut sich über eine „Pyjamaparty“ mit poppigen Plot.
  • Dass die „Riesensause im All“ tatsächlich ein Grund zum Feiern ist, findet auch Bert Rebhandl von FAZ.net und verortet das wahre Gefühl bei Spock.
  • Geradezu fundamentalistisch hingegen ist das harsche Urteil von Peter Mühlbauer auf Telepolis.de. Für ihn ist der Film so eine Art entleerter Phaser ohne Zielvorrichtung.
  • Solcherart Kritik perlt an ST11-Regisseur J. J. Abrams ab. Im Interview mit Stern.de spricht er vom „Optimismus der Show“ und davon, dass man über Filme besser nicht alles wissen sollte.
  • Ähnlich sieht das Romulaner-Bösewicht Eric Bana auf Focus.de. Zu den Stärken des Films gehört für ihn aber auch, dass „er sich selber nicht so ernst nimmt“.
  • Zwei Daumen hoch von Maik Söhler. Auf Netzeitung.de begründet er, warum ST11 ein Wunder darstellt.
  • Bevor auf Zeit Online über Inhalte diskutiert wird, fragt man erstmal Wissen ab. In diesem Quiz mag sich jeder testen, der nachher auf einer gemeinsamen Basis mitreden will.

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